Stadt-Bilder

Stadt-Bilder: Ein städtisches KALEIDUZZLE
16.03. bis 21.04.2017

Städtisches Jugendkulturzentrum W1, Regensburg, Weingasse 1

Ausstellung zum Schwerpunktthema „Stadt“ bei der diesjährigen Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg

„Die Welt gleicht einem überdimensionalen Kaleidoskop, in dem es glitzert und funkelt, wenn man ins Licht schaut, in dem ohne Licht kaum etwas erkennbar ist.
Es ist voll unzähliger Puzzleteile, aus denen durch kleine Drehungen des Kaleidoskops in Sekundenbruchteilen unzählige neu zusammengesetzte Puzzles entstehen. So wie man mit kleinen Wendungen des Kopfes immer wieder ein neues Bild vor sich hat, nur den Blickpunkt, aber nicht den Standpunkt verändernd.
Über all meinen Bildern könnte so der Begriff „Kaleiduzzle“ stehen, ganz gleich ob über den banalen, den gewollten, den gedachten, den abstrahierten oder den flüchtigen unscharfen Momentaufnahmen: alle sind festgehaltene Spiegelbilder eines manchmal auch nur in Gedanken erlebten Moments, sind die Puzzleteile, die aus sich selbst heraus im Kaleidoskop leuchten.“

Diesen Gedankengang habe ich vor Jahren für meine Website festgehalten. Und tatsächlich sind insbesondere die Stadtbilder immer wieder Ausdruck dieses Kaleiduzzle-Gedankens. Niemand kann meinen Blickpunkt einnehmen und ich nie den einer anderen Person. Etwas wird verschieden sein: Zeit oder Ort. Und sofort verändert sich der Kontext. Individuelle Lebenserfahrungen und unsere emotionalen Bezüge prägen die Interpretation.
So ist auch jedes Stadt-Bild einer anderen Wahrnehmung unterworfen: uniformierende Postkartenbilder, Handybilder als Momentaufnahmen zum Versenden oder als Erinnerungsstütze. Meine Stadt-Bilder sind mein Kaleiduzzle, meine Wahrnehmung, meine Interpretation, mein Spiel mit Realitäten und (hoffentlich) ein Anstoß, Wahrgenommenes oder scheinbar Bekanntes neu zu hinterfragen. In jedem Betrachter verändert sich mein Bild.

Abstrahiert ist dies übertragbar auf unser gesellschaftliches Dasein, indem beispielsweise die Postkarten für die öffentlichen Medien und die Werbung, die Handyaufnahmen für die sozialen Netzwerkkommentare und die eigene Wahrnehmung für Bildung und Lebenserfahrung stehen könnten. Dieses Kaleiduzzle schafft Erwartungshaltungen, aus denen im alltäglichen Erleben unsere Lebensfreude, Ängste, Freiheiten oder Bedrohungen erwachsen.

Die Ausstellung ist unterteilt in zwei Bereiche: die klassisch gerahmten größeren Bilder und eine Postkarteninstallation mit fast 400 eigenen Postkartenmotiven auf Fotopapier ausgedruckt, mein Found Footage, das sich zu neuen Geschichten formt…
Es ist ein wenig wie zuhause, wo die eigenen oder fremden Reiseerinnerungen an Kühlschrank, Pinnwand oder eine Schranktür gepinnt werden und dabei zeitliche und räumliche Trennungen der Aufnahmen quasi wandeln in ein paralleles sichtbares Jetzt.

Die Bildauswahl stammt aus über 100 Städten in 18 Ländern Mittel- und Südeuropas, sie stellt Städte aber nie als bedrohlich oder einengend dar. Es ist Neugier, die mich treibt und immer wieder sucht nach dem Verbindenden zwischen scheinbar zusammenhang­losen Einzelteilen eines Ortes.
Es gibt keine exotischen oder spektakulären Bilder zu sehen. Es ist eher eine alltägliche Beiläufigkeit, einer aufmerksamen Beobachtung entspringend.

Alle Fotos mit Ausnahme von „10 Sekunden in Verona“ können käuflich (ohne Rahmen) erworben und nach der Ausstellung im W1 abgeholt werden.

45/40×30 cm:                                             50 €.
60×40 cm                                                      80 €
30×20 cm (auf dem Kühlschrank):   25 €

Ergänzend gibt es im W1-Café Postkarten zu den Motiven der Ausstellung für je 1 €.

http://www.regensburg.de/w1