JAZZPORTRAITS – Oder doch keine?
aufgenommen im Dresdner Jazzclub Tonne – 2014 bis 2026
Zwar muten die Bilder auf den ersten Blick wie Portraits an, aber eigentlich sind es „nur“ Momentaufnahmen, Ergebnis längerer Beobachtung, doch frei von jeglichem Arrangieren.
Meine ersten Aufnahmen im Jazzclub Tonne sind bereits 2012 entstanden, bei Sessions von Musikstudenten und Konzerten im Rahmen der Tschechisch-Deutschen Kulturtage. Daraus aber hat sich die Möglichkeit ergeben, seit 2017 zu einem der „Hausfotografen“ im Jazzclub zu werden. Als Naturalienhandel:
„Möchte Jazzkonzerte erleben, biete Fotos.“
Inzwischen entstehen Aufnahmen bei jährlich etwa 40 bis über 50 Konzerten.
Im Gegensatz zu anderen Hausfotografen, die danach suchen, wie sich über die Musiker auch ihre Musik in einer Aufnahme einfangen läßt, lag mein Augenmerk von Beginn an darauf, das Konzertgeschehen auf der Bühne zu dokumentieren. So entsteht im Laufe jedes Abends eine Reihe von vielen Momentaufnahmen – die Gesten und die Mimik der Musiker, die Lichtatmosphäre, Details, die Grundstimmung des Abends …
Der Stammgast im Jazzclub Tonne, Rolf Sachse, organisiert gemeinsam mit Familie und Freunden in seinem Garten in der Laubegaster Straße seit über drei Jahrzehnten im Rahmen des Elbhangfestes Jazzkonzerte. Im Frühjahr 2026 sprach er mich an:
„Wie sieht’s aus? Willsde nich ma …“ Und ich wollte.
Für diese Kurzzeitausstellung in der Gartenlaube mit 19 Arbeiten (von 30 x 40 bis 50 x 70 cm) habe ich mich auf drei Schwerpunkte konzentriert. Es ging nicht um Paritäten nach Geschlecht, Alter, Instrument, Land usw., sondern:
1) um Momente, in denen die Musiker „bei sich“ und ihrer Musik sind, was sich am häufigsten bei Solopassagen sehen läßt.
2) um Momente, in denen die Musiker mit ihren Mitspielern oder dem Publikum interagieren.
3) da bewegtes, farbiges Licht ein wesentliches Begleitkriterium der Konzerte im Jazzclub Tonne ist, in etwa gleichberechtigt Bilder in Farbe und Schwarz-Weiß einander gegenüber zu stellen.
Die derzeit geplante, vom Unfang etwa adäquate Ausstellung Ende 2026 umfaßt wahrscheinlich auch Aufnahmen aus anderen Veranstaltungsorten.
In nächster Zeit wird die Galerie mit Jazzfotos deutlich wachsen.


